Impressionen
 
 
 

Es war einmal ein Jahrzehnt...

  • ... in dem die Soundtracks von Filmen wie Beat Street, Flashdance, Footloose, Beverly Hills Cop, Ghostbusters und La Boom 'Die Fete' genauso bedeutend waren wie der Streifen selbst.
  • ... in dem man noch mit Netzhemden, knallengen Jeans, Schweißbändern und Buttens von Limahl oder Nena angezogen aussah. Besonders Cool war man aber erst, wenn man seine Initialen, mit Glitzersteinen oder sogar blinkenden Leuchtdioden auf das T-Shirt gebastelt hatte! Der einzigste Nachteil war das Kabel zur Batterie!
  • ... in dem noch wöchentlich eine neue Dose Haarspray (z.B.: Marke "Aktion") benötigt wurde und der Föhn Drei mal täglich summte.
  • ... in dem man die Programme von Radio-Sendern wie RIAS 2, Bayern 3, SFB 2 und NDR 2 auswendig kannte und sich bei Moderatoren wie Lord Knut, Nero Brandenburg, Günter Jauch, Thomas Gottschalk und Jürgen Jürgens geborgen fühlte.
  • ... in dem man zitternd vorm Radio hockte, weil man sich wünschte daß es in dem momentan aufgenommenen Titel nicht rauschen würde. Diese Wünsche wurden zum Ende einer 7 Minuten Maxi besonders intensiv. Ein Fazit dieser fast immer vergebenen Hoffnung war die stetig wachsende Anzahl, größerer Antennen auf den Dächern, mit der Ausrichtung Nord-West. Notgedrungen weichte man auch mal auf Mitschnitte von Fernsehsendungen wie "Ein Kessel Buntes" oder "Rund" aus, in denen ab und an auch internationale Stars wie Boney M und Amanda Lear zu sehen waren.
  • ... in dem einige für originale Maxi-Singles alles getan hätten. Manche DJ's fuhren auch in Gruppen nach Berlin nur um im Auto die Hitparade aufzunehmen. Ein grenznaher Urlaub ohne Recorder war auch undenkbar!
  • ... in dem man die Magnetbänder von ORWO-Kassetten (60 min ca. 16 Mark) in noch gut aussehende BASF Kassettencover baute oder in einschlägigen Geschäften für westdeutsche Original- Leerkassetten bis zu 60 Mark ausgab.
  • ... in dem man sich Lautsprecherboxen und Lichteffektanlagen noch selber baute oder Lötkolben in fast jedem Haushalt zu finden waren.
  • ... in dem Musik noch mit Monogeräten wie, Anett, Sonett und Babett aufgenommen wurde. Später folgten dann Geracord und SKR 700. Anspruchsvolle Zeitgenossern hatten sogar richtige Stereo Spulentonbandgeräte der polnischen Marke UNITRA oder der tschechischen Marke TESLA
  • ... in dem wir nach einen Fünf-Jahr-Plan lebten und die "Messe der Meister von Morgen" den revolutionären Aufschwung bringen sollte. Geniale Ausnahme war die Entwicklung von Soundkomponenten wie REMA "Andante" , S3000 Anlagen und HMK Decks.
  • ... in dem wir beneidenswert viele russische Freunde hatten und daher English nicht Pflichtfach war. Was sich schließlich bei der Schreibweise von neuen Gruppennamen rächte! Beispiel: Kim Weild (Kim Wilde), Jasu (Yazoo)
  • ... in dem noch mit Rechenschieber und Zirkel Mathe und Feinde bewältigt wurden oder Gojko Mitic (Ulzana) und Pierre Brice (Winnetou) noch Indianer waren.
  • ... in dem Messer, Säbel und Pistolen aus roter Plaste waren und Matchbox-Autos zu Heilgtümern wurden.
  • ... in dem man sich morgens gegen 7:00 Uhr beim Bäcker anstellte um Zehn warme Semmeln für nur eine Mark zu bekommen. Die man dann bei einer Tasse RONDO-Kaffee verzehrte.
  • ... in dem man Zeitschriften wie Bummi, ABC-Zeitung, Frösi und Neues Leben leichter bekam als die BRAVO. Alternativ konnte man auch auf die polnische Zeitschrift PANORAMA zurückgreifen, in der es fast immer eine Kopie eines BRAVO Posters gab.
  • ... in dem "Westpakete" wie ein Lottogewinn behandelt wurden und deren Inhalt von allen Freunden bestaunt werden durfte. Daher hielten Adidas oder Puma Turnschuhe wenigstens Drei Jahre, auch wenn diese mittlerweile drückten. Nach einer gewissen Zeit wurde es auch schon mal notwendig, diese mit etwas Zahnpasta oder weißem Lack aufzuwerten.
  • ... in dem man für eine 68 m² Wohnung noch ca. 70 Mark bezahlte und ganztags Krippen- und Kindergartenplätze kein Problem waren.

 
 

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